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Rezension: "The Mister" von E.L. James

Werbung (Rezensionsexemplar ) | Vorweg gleich ein Geständnis: Ich habe Shades of Grey nicht gelesen und mir fehlte dadurch bisher nichts :) Trotzdem habe ich mir in den letzten Tagen den neuen Roman "The Mister" von Erfolgsautorin E.L. James vorgenommen und war umso neugieriger. Meine mangelnde Erfahrung mit ihren vorherigen Büchern lässt mich das Werk vielleicht auch aus einer anderen Perspektive betrachten, als es andere Leser tun, denn immerhin kenne ich ihre anderen Stories nur aus Erzählungen.

"The Mister": Worum geht es?


Die Story ist schnell erzählt: Maxim Trevelyan ist reich, gutaussehend und hat nach dem Tod seines Bruders einen Adelstitel, jede Menge Geld und die Anwesen seiner Familie geerbt. Eine Verantwortung, die er nie haben wollte. Bisher bestand sein Leben vor allem aus Spaß, Ungebundenheit, Partys und die ein oder anderen künstlerischen Ausschweifungen in die Welt der Musik und Fotografie. Doch als die junge Albanerin Alessia in sein Leben tritt, ändert sich alles. Wenn da nur ein winziges Detail nicht wäre: Sie ist seine Putzfrau und hält sich zudem illegal in London auf. Während sich die beiden langsam annähern, droht eine Gefahr aus Alessias Vergangenheit die beiden einzuholen.

Die Geschichte wird mal aus der Perspektive von Maxim und mal aus der von Alessias erzählt, so dass die beiden Hauptcharaktere gut ausgearbeitet werden und bestimmte Handlungen aus beiden Sichtweisen beleuchtet werden. Maxim fand ich als Charakter in Ordnung, wohingegen ich mit Alessia eher weniger anfangen konnte. Sie tritt aufgrund ihrer strengen und konservativen Erziehung stets sehr zurückhaltend und ängstlich auf, was mich an einigen Stellen wirklich verrückt gemacht hat.

"Sie fühlt sich bei ihm geborgen. So lange hat sie auf dieses Gefühl verzichten müssen. Es ist etwas völlig Neues" (S. 237)

"The Mister": Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Shades of Grey

Obwohl ich Shades of Grey selbst gar nicht gelesen habe, lassen sich doch schon auf dem ersten Blick auch für mich Gemeinsamkeiten zur Buchreihe feststellen. Maxim ist genau wie Christian Grey ein reicher gut aussehender Mann, der sich nimmt, was er möchte. Hinter seiner Fassade verstecken sich aber tiefere Gefühle und eine warme Freundlichkeit. Wie schon Ana ist auch Alessia, bevor sie Maxim kennenlernt, unerfahren in Sachen Liebe und Beziehung und relativ zurückhaltend was den Umgang mit Männern angeht. Wie ihr euch sicherlich schon denken könnt, ändert sich das im Laufe der Handlung. Die Anzahl an Liebesszenen war überraschenderweise jedoch recht klein, allerdings kann ich an dieser Stelle kein Vergleich zur Shades of Grey Reihe ziehen, könnte mir aber vorstellen, dass es dort durchaus mehr sind ;) 

"The Mister": Meine Bewertung


Man merkt, dass die Autorin mit dem Handlungsstrang um Alessias Vergangenheit, der Geschichte mehr tiefe und Ernsthaftigkeit verleihen wollte, doch dies gelingt nur ungenügend, dabei hätte die Story wirklich potenzial wichtige Themen anzusprechen. Zudem triefen die beiden Hauptcharaktere nur so vor Klischees, dass es teilweise schon fast lächerlich ist. Spannender macht es die Story auf jeden Fall nicht. Vor allem die ersten 300 Seiten haben sich wie Kaugummi gezogen, denn die Handlung kommt einfach nicht voran. Es passiert wirklich nichts und es werden ununterbrochen belanglose Details geschildert. Es fühlt sich an, als würde man sich im Kreis drehen. 

Erst mit Maxims und Alessias Flucht aus London, die zu der seit Beginn des Buches erwarteten Annährung der beiden führt, beginnt die Handlung langsam an Fahrt aufzunehmen und neben den Liebesszenen, wurde sogar versucht ein bisschen Dramatik aufzubauen, die aber nach wenigen Minuten schon wieder in sich zusammenfällt. Auch auf den letzten Seiten wird noch einmal auf den "Showdown" hingearbeitet und erst ab da konnte mich die Handlung etwas fesseln.

Die Geschichte liest sich dennoch flüssig, ein hohes sprachliches Niveau sollte man aber nicht erwarten. Ich finde es zudem sehr Schade, dass E.L. James erneut den Mann als starken Charakter konstruiert und Alessia leider das genau Gegenteil einer starken Frau ist, sondern eher das Mädchen, das unbedingt beschützt werden muss. Auch, wenn sich ihre Persönlichkeit im Laufe der Story wandelt, fällt sie in gewissen Situationen einfach immer wieder zurück in ihr altes Rollenbild.

"The Mister" ist damit für mich ein Buch, was man lesen kann, aber auch wirklich nichts verpasst, wenn man sich die 600 Seiten erspart.

Fazit: ⭐️⭐️

(2 von 5 Sternen) 

"The Mister" von E.L. James | Goldmann Verlag | erschienen: 20. April 2019 | 
608 Seiten | ISBN 3442490243

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Kommentare

  1. oh ha... klingt wirklich, als könne man sich das Buch sparen. Die Grey-Bücher habe ich gelesen, mit unterschiedlichen Gefühlen. Sie sind halt DRAMEN, was oft vergessen wird.
    Aber auch dort hat mich oft die etwas "memmige" Art von A. genervt, die überhebliche Art Christians die Augen verdrehen lasse. Denke nicht, dass ich noch einen Abklatsch von Grey brauche... es gibt mittlerweile hunderte Bücher über steinreiche, traumhaft schöne Männer mit dem Hang zu armen, unerfahrenen Mädchen... reicht... ;-)
    Danke für Deine ehrliche Meinung.

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  2. Liebe Sarah,

    vielen Dank für deine schöne Rezension. Ich bin froh, dass ich mir die 600 Seiten erspart habe und werde das Buch nach deiner Rezension auch nicht mehr lesen. Das Klischeehafte zieht mich auch so gar nicht mehr an.

    Liebe Grüße
    Jenny

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  3. Hallo liebe Sarah,
    vielen Dank für diese ausführliche und ehrliche Rezension. Ich muss sagen, dass ich mir bei der Seitenzahl auf jeden Fall auch einiges an Konflikten und Spannung erhofft hätte. Zwar hört sich die Konstellation der Charaktere sehr interessant an, ich finde es jedoch schade, dass die Konflikte dann scheinbar doch schnell gelöst werden und auch mit einigen Klischees gearbeitet wurde.

    Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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  4. Hallo Sarah,
    Ich habe auch gleich mal bei dir vorbeigeschaut und finde das Template von deinem Blog echt wunderschön! :D Ein sehr gut gelungenes Design und Social-Media-Buttons!
    "50 Shades of Grey" habe ich nicht gelesen und werde es auch vermutlich nie tun. Danke auch für diese Rezension, sie zeigt mir, dass mir auch dieses Buch der Autorin höchstwahrscheinlich nicht gefallen wird. Denn ich mag gerade starke Frauenfiguren und Charaktere, die nicht den Klischees entsprechen.
    Liebe Grüße, Aurora von Weltentänzerin

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